Köln 01.09.2005

Der Weltjugendtag - Menschen über Menschen

Köln: Der Weltjugendtag! Beeindruckend, Prägend, ein einmaligen Erlebnis! Über eine Millionen Menschen besuchten die Abschlussveranstaltung in Köln auf dem Marienfeld. 400 000 Pilger übernachteten auf dem Gelände. Sie sicherten sich den besten Platz für die Sonntagsmesse die vom katholischen Oberhaupt selbst abgehalten wurde.

Viele dieser logistischen Aufgaben wurden durch das Technische Hilfswerk durchgeführt:

• Straßen, die nachts komplett mit Powermoons ausgeleuchtet waren.
• Strom wurde für das Marienfeld bereitgestellt.
• Führungsstellen, um alle Einsatzeinheiten zu koordinieren, eingerichtet.
• Logistikgruppen, die für Speis und trank sorgten.
• Logistikgruppen die die Einsatzfahrzeuge wieder betankten und in Schuss hielten.

Dies waren nur wenige Aufgaben die das THW in jener Woche erfüllten. Aufgaben, die die Pilger kaum wahrnahmen. Sie sahen Papst Benedict den XVI. Sie sahen Kerzen, sie sahen – Menschen!

Keiner der selbst vor Ort gewesen ist, kann sich ein Bild von der Menge an Menschen machen, die auf dem Marienfeld einen Blick auf das Oberhaupt der katholischen Kirche werfen wollten. Ich fuhr mit unserem Mannschaftstransportwagen (MTW) durch eine einzige Menschenmenge hindurch. Einer Menschenmenge, die selbst dem THW keinen Platz machen wollte oder konnte. Zu Stoßzeiten brauchte man über eine Stunde für einen einzigen Kilometer, selbst Blaulicht und Martinshorn ließen die Pilger keine Gasse bilden.

Ihr wollt wissen welche Aufgabe ich hatte? Nun, mein bescheidener Beitrag für den Weltjugendtag bestand im Personentransport. Die vielen Volontäre mussten zu Ihrem Bestimmungsort gebracht werden. Volontäre, das waren die Helferinnen und Helfer die sich bereit erklärt hatten, während des Weltjugendtags freiwillig die Pilger zu betreuen, Security aufgaben zu übernehmen oder Fahrzeuge zu überprüfen. Auch die Aufgabe des Personentransportes übernahm kurzfristig das THW. So stand ich mit meinem Kameraden Kai Kudelka in einen Fahrzeugpool bestehend aus 30 MTWs. Wartend auf den nächsten Transportauftrag. Während keine 1000 Meter Luftlinie entfernt die Pilger beteten, sangen oder ganz einfach - schliefen! Sicher, es war keine Weltbewegende Aufgabe. Dennoch war ich ein kleines THW – Zahnrad im großen Getriebe. Ein Getriebe was vielleicht ein wenig besser geschmiert hätte laufen können. Aber wir entwickeln uns! Tag für Tag! Event für Event! Einsatz für Einsatz!

Aber warum tu ich das? Was motiviert mich? Ist es die unglaubliche Resonanz aus den Reihen der Volontäre und Pilger. Sprechchöre mit „Blau weißer Partybus, Schalalalala“ oder „Einmal klatschen für das THW…“? Ist es die Kameradschaft, das ich drei weitere Kollegen begleiten durfte und wir trotz der „Mörderschichten“ und langer „Wartezeiten“ jede Menge Spaß hatten? Ist es die Technik? Das man mal mit Einsatzfahrzeugen, Blaulicht und vielleicht sogar Martinshorn ein Gefährt einer Hilfsorganisation bewegen darf. Nein! Die Motivation für mich heißt: Helfen! Helfen ohne eine Gegenleistung dafür zu verlangen. Eine heutzutage nicht mehr ganz selbstverständliche Einstellung!

Aber zurück zum Weltjugendtag um ein Fazit zu ziehen. Der Weltjugendtag ist vorbei und das THW hat wieder einmal seine ganze Kraft und Einsatzstärke gezeigt. Alle Aufgaben wurden erfüllt. Die einen besser, die anderen Schlechter. Aussagen wie: „Das THW brauchen wir für solch große Veranstaltungen gar nicht erst dazuzuholen“ oder „Das können die ja eh nicht“ gab es nicht. Gibt’s nicht, gibt’s nicht beim THW!

Und so fuhren Kamerad „Kuddel“ und ich nach einer 10-12 Stunden Nachtschicht wieder zurück zu unseren Bereitstellungsraum. Und dann trafen wir „IHN“ doch noch. Erst fuhren wir am „Papa Mobil“ und dann an der Fahrzeugkolonne mit dem Papst selbst, vorbei. Selbst für mich als ungetauften ein bewegener Moment. Er dauerte vielleicht nur zwei Sekunden. Aber an diese zwei Sekunden werde ich mich immer erinnern können.

Tim Fehse (BÖH)
(Meinungen und Äußerungen sind persönlicher Natur und spiegeln nicht unbedingt die Meinung des Technischen Hilfswerk wieder)



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